Folge 2.03

Hexen, Wächter und Dämonen

         Witches, withlighter and demons

 

 203        

Jamie saß im Wohnzimmer von ihrer gemeinsamen Wohnung mit Victor, der seiner Freundin jeden Wunsch von den Lippen ablass. Gerade holte er ihr einen Milchshake aus dem Café, unten an der Straße, während sie fast abwesend in den Raum schaute. Sie ist beunruhigte, denn der letzte Dämonenangriff hatte alle Hexen durcheinander gebracht. Nun wusste keiner von ihnen wie es weitergehen sollte. Denn nach einer ausgiebigen Recherche hatten Billie und Piper herausgefunden, dass der Aatxe sich nicht so verhalten hatte wie es die alten Legenden besagten. Er hatte tagsüber angegriffen und damit den Verdacht nahe gelegt, dass jemand den Geisterdämon für seine Zwecke benutzt hatte. Nur wenn das stimmten sollte… Wer ist dann hinter den Mächtigen Drei und Billie her?…

Paige saß an ihrem Schreibtisch und suchte im Internet nach einer kleinen Wohnung für sich und ihr kleines Baby, wobei sie sich über den Bauch streichelte. Es war wie immer ganz ruhig. Aber Paige konnte es trotzdem spüren. Es war einfach da und es brauchte ein Zuhause, weshalb sie weitersuchte. Doch was genau suchte sie eigentlich? Es durfte nicht zu weit von dem Haus entfernt sein, in dem nach ihrem Auszug nur noch Piper und Billie mit den Jungs wohnten. Doch auch die Wohnungen von Jamie und Victor sowie die von Phoebe und Darryl müssten schnell und einfach zu erreichen sein. Nur dieses Büro – das musste ganz weit weg sein… denn arbeiten wollte sie nicht mehr und weit weg von Cole zu sein, würde ihr sicher gut tun. Noch saß der dämonische Anwalt nebenan an seiner Arbeit und freute sich, dass Paige wieder da war. Denn auch wenn er sie nicht sehen konnte, so fühlte er sich doch entspannter und ruhiger als vorher. Er konnte ihr nahe sein und fühlte immer mehr, dass er sie liebte und nie wieder verlieren wollte. Doch auf der anderen Seite war er auch bedrückt. Denn ihr Verhältnis war noch immer gespannt und deshalb redeten sie kaum noch miteinander, was ihn traurig stimmte. Cole wusste aber nicht wie er diese Situation wieder verändern könnte. Nur durfte es nicht so weitergehen. Denn eine stumme Paige machte ihm Angst; so wie Darryl sie um Phoebe hatte, die sich immer häufiger übergab. Doch sie konnte noch zur Arbeit gehen, im Gegensatz zu Jamie, welche von Victor nun zum Arzt begleitet wurde. Denn es dauerte nicht mehr lange bis zur Geburt und diese Untersuchung sollte den stolzen, werdenden Eltern noch einmal sagen, ob auch wirklich alles in Ordnung war. Denn schließlich warteten auch die Schwestern schon sehnsüchtig auf Nachrichten. Sie überlegten bereits, ob sie einen kleinen Bruder oder noch eine kleine Schwester bekommen würden. Diese Vorstellung irritierte Jamie jedoch, denn schließlich würde ihr Kind von Geburt an bereits Onkel oder Tante von Wyatt und Chris sein. Die Hexe wusste nicht, ob ihr dieser Gedanke gefallen sollte. Denn auch wenn sie jeden Einzelnen der Familie Halliwell wirklich lieb hatte, so war das gemeinsame Leben trotzdem kompliziert. Und mit dem Nachwuchs von Jamie und Phoebe würde es nicht einfacher, sondern noch viel turbulenter werden. Wie sollten sie all die Kinder schützen, wenn es offensichtlich jemand auf sie abgesehen hatte? Wem würden sie noch trauen können, wenn sie gar nicht wussten, wer hinter ihnen her war?…

Victor merkte, dass es seiner Freundin nicht gut ging. Er legte seinen Arm um ihre Schultern, um sie etwas zu beruhigen. Er wollte sie spüren lassen, dass er immer für sie da war und sie sich keine Sorgen machen sollte. Und obwohl sie Angst hatte, ließ sie sich gegen ihn sinken. Sie schloss ihre Augen, während er ihre Hand nahm und diese ganz fest an sein Herz drückte: „Ich bin immer für dich da“

Victors sanfte Worte beruhigten Jamie etwas, bis die Arzthelferin zu ihnen kam, um Jamie für die Untersuchung abzuholen. Diese gab Victor einen Kuss ehe sie der Schwester folgte und Victor zurücklassen musste. Er merkte nun, wo er alleine hier saß, dass er selbst ebenso unruhig war wie Jamie. Um die Nervosität zu überwinden griff er neben sich zu einer Zeitung. Erst blätterte er nur darin herum, bis er anhand von Phoebes Kolumne erkannte, dass er den Bay Mirror in seinen Händen hielt. Während er stolz den Artikel seiner Tochter lass, erfuhr Jamie, dass alles in Ordnung war. Der Arzt gratulierte ihr sogar zu ihrem Glück und fragte sie, ob sie schon einen Namen für das Kind hätte. Jamie konnte diese Frage aber nur mit einem Kopfschütteln beantworten: „Ich weiß nicht, ob es ein Junge oder ein Mädchen wird… also habe ich mir noch keine Gedanken über den Namen gemacht…“

„Das sollten sie aber, sonst ist ihr Sohn eher da, als der Name für ihn.“, der Arzt lächelte Jamie zufrieden an und wurde kurz darauf fast erdrückt, weil sie ihm vor Freude um den Hals fiel.

 

Billie stand in der Küche und war der Verzweiflung nahe. Eigentlich hatte sie versucht für Paige, Piper und sich etwas zu essen zu machen. Doch es wollte einfach gar nichts funktionieren. Die Nudeln waren übergekocht, das Fleisch angebrannt, der Salat ist auch nicht essbar, weil sie zu viel Essig rein getan hatte und überhaupt sah die Küche aus wie ein Schweinestall. Piper würde die Krise bekommen und richtig böse werden, doch wie sollte Billie das in der kurzen Zeit alles wieder sauber machen. Denn schließlich war Piper nur weg, um Wyatt und Chris vom Kindergarten abzuholen. Sie konnte nichts von Billies Überraschung wissen. Jetzt war diese aber ins Wasser gefallen und Billie saß weinend auf dem Küchenboden, wodurch sie gar nicht hörte, dass Piper die Haustür aufschloss. Doch die zweifache Mutter konnte ein Wimmern hören und ging, mit Chris auf dem Arm, in die Küche. Nur Wyatt ging ins Wohnzimmer und wollte dort mit seinem Teddy spieln. Aber alleine war ihm ziemlich langweilig und so beamte er sich in die Küche und landete direkt neben seinem kleinen Bruder Chris, der beobachtete wie seine Mutter sich um Billie kümmerte. Wyatt stellte sich still daneben, bis Billie ihre Tränen soweit getrocknet hatte, dass sie die Beiden sehen konnte. Geschockt über sich selbst so ein schlechtes Vorbild zu sein und die Küche so ausgestrichen zu haben, versuchte sie aufzustehen und wollte die Pfanne spülen. Piper hielt sie jedoch zurück, denn nur mit spülen war es nicht getan. Zudem glaubte sie auch nicht daran, dass Billie gerade in der richtigen Verfassung war: „Es war lieb von dir, mir etwas Arbeit abnehmen zu wollen, aber das Aufräumen mach ich jetzt lieber selber, während du mit Wyatt und Chris spielen gehst… und dann üben wir in den nächsten Tagen mal ein paar einfache Gerichte.“

Billie war froh, dass Piper ihr nicht böse war und tat das, was sie ihr gesagt hatte. Die junge Hexe nahm Chris an die Hände und ging Schritt für Schritt mit ihm ins Wohnzimmer. Wyatt folgte ihnen, bis er sie auf halbem Wege überholte und aus dem untersten Regal des Schrankes im Wintergarten ein dickes Märchenbuch herauszog. Mit diesem ging er wieder ins Wohnzimmer und zeigte Billie stolz, was er gefunden hat: „Das lesen!“

Billie nickte und nahm das Buch aus Wyatts Händen, der sich mit seinem Teddy zu seinem Bruder auf den Boden setzte. Während Billie den beiden Jungs Der Froschkönig vorlass, kam Jamie aus dem Untersuchungsraum zurück und umarmte Victor stürmisch. An ihrem Lächeln erkannte er, dass mit dem Baby alles in Ordnung war. Aus diesem Grund schlenderten sie glücklich und Arm in Arm wieder nach Hause, ohne zu wissen, dass sie beobachtet werden… Denn in der Unterwelt stand der unbekannte Zauberer vor einem Becken, in dessen Wasser sich die Gegenwart spiegelte…

Wütend über Jamies Glück schlug er mit der Faust in das Wasser und das Bild verschwand. Stattdessen tauchte eine ältere Frau hinter ihm auf und versuchte ihn zu beruhigen: „Hast du wieder nur sie beobachtet?… Du weißt doch, dass erst die drei Schwestern vernichtet werden müssen bevor wir an sie denken können…“

„Sie ist schwanger, Mutter, sie ist schwanger und wird nicht von irgendwelchen Hexen beschützt, sondern von den Mächtigen Drei!“, der Zauberer schrie seine Mutter an. Sein Aatxe hatte nichts genutzt, dass wusste sie von vorn herein. So wie sie immer alles besser wusste. Doch was er stattdessen tun sollte, dass erfuhr er nicht. Immer hielt sie ihm nur seine Fehler vor Augen, als könnte er diese nicht selber sehen und würde sich nicht bereits genug darüber ärgern. Nur gelang es ihr auf diese Weise auch immer, ihren Sohn von selbst davon abzuhalten aufzugeben. Denn gerade durch ihre Abneigung und ihren Spott brachte sie ihn dazu es immer wieder aufs Neue zu versuchen…

 

Phoebe hatte die neue Kolumne gerade beendet, als ihre Chefin ins Büro kam. Ihr Auftauchen rief in der Hexe verschiedene Gefühle hervor. Sie konnte diese aber nicht genau einschätzen bis ihre Chefin aussprach, was sie sich überlegt hatte: „Ich weiß, Ihre Assistentin ist ausgefallen und auch Sie können durch Ihre Schwangerschaft nicht mehr lange hier arbeiten. Aber keine Sorge, ich habe mir bereits etwas ausgedacht. – Sie werden sich jetzt erst einmal ein paar Monate frei nehmen, was Sie in der nächsten Kolumne begründen werden und in dieser Ausgabe werden Sie gleichzeitig ankündigen, dass nach Ihrer Rückkehr die Kolumne umbenannt wird. – Phoebe, ich möchte, dass Sie den Frauen da draußen helfen ebenfalls so glücklich zu werden wie Sie es sind.“

Phoebes neue Kolumne sollte Finding Love heißen und die Hexe fand diese Idee hervorragend. Sie weiß zwar noch nicht, ob sie dem neuen Konzept gerecht werden kann. Doch Elise war von ihrer Leistung überzeugt und ließ die werdende Mutter sogar früher gehen, was Phoebe nutzte, um Darryl auf der Wache zu überraschen. Denn der Inspektor arbeitete noch an einem Fall, der ihn nicht losließ. Auch seine Kollegen beschäftigte es, bis diese auf einmal anfingen zu pfeifen. Erst wollte Darryl nachsehen, was vor seiner Tür los war, doch dann kam Phoebe in sein Büro und schloss die Tür hinter sich. Sofort wurde ihm klar, wer seine Mitarbeiter abgelenkt hatte. Mit einem Lächeln ging er um seinen Schreibtisch herum und nahm seine wunderschöne Freundin in die Arme. Er küsste sie sanft und sie erwiderte sein zögerndes Verlangen. Dann funkelte sie ihn mit ihren Augen an und legte seine Hand auf ihren Bauch: „Eva hat sich heute wieder bewegt. – Darryl, ich kann es gar nicht erwarten unsere kleine in den Armen zu halten.“

Darryl ging es ebenso. Doch andererseits hatte er keine Zeit sich um seine Tochter Gedanken zu machen, sondern zeigte Phoebe stattdessen die Akte des Falls an dem er gerade arbeitete. Die Hexe war zwar nicht davon begeistert, doch aus Liebe zu ihrem Freund sah sie sich die Akte an und bekam sofort eine Vision, die ihr nichts Gutes zeigte…

Phoebe sah einen jungen Mann, der gerade eine Praxis verließ und sich auf den Weg nach Hause machte. Mit einem fröhlichen Lächeln begegnete er allen Menschen, die ihm entgegen kamen, bis einer von ihnen ihn tötet…

Phoebe wurde es schwindelig, doch Darryl stützte sie zu seinem Stuhl und brachte ihr etwas zu trinken. Denn er wusste, was seine Freundin gesehen hatte und wünschte sich, er hätte sie nicht darum gebeten: „Es tut mir Leid, Phoebe, ich hätte dir die Akte nicht geben dürfen. Du bist viel zu schwach dafür… es tut mir so Leid…“

„Ist schon in Ordnung, Darryl, es geht mir gut… Weißt du wer der Mann war, damit Piper, Paige und ich nach dem Dämon suchen können, der ihn getötet hat?“, Phoebe erkannte in Darryls Blick, dass er nicht begeistert war von ihrer Entscheidung mit ihren Schwestern noch immer nach Dämonen zu jagen. Denn schließlich sollte sie sich lieber schonen, doch das sah Phoebe anders. Sie war nun einmal eine Hexe und daran würde sich niemals etwas ändern. So ließ sie auch nicht locker, bis Darryl ihr sagte, dass der Verstorbene niemand anders war als Jamies Arzt…

 

Paige saß noch immer an ihrem Schreibtisch. Doch so langsam wollte sie für heute Schluss machen und packte deshalb ein paar Sachen zusammen. Cole hörte ihre Hektik und als sie gehen wollte, folgt er ihr bis zum Fahrstuhl. Dort erschreckte sie sich vor ihm, da sie ihn nicht erwartet hatte: „Ich hab dich gar nicht kommen hören.“

„Und ich wusste nicht, dass du schon gehen willst… ich… ähm… Paige…“, Cole schaffte es nicht einen kompletten Satz auszusprechen, doch das interessierte Paige gar nicht. Die Hexe versuchte ihm aus dem Weg zu gehen. Sie hatte Angst. Angst davor, dass es war sein konnte. Gestern Nacht hatte sie nur von ihm geträumt. Es war wie ein alter Schwarzweißfilm; in dem der Mann nach der Arbeit nach Hause kommt und seiner Frau zur Begrüßung einen Kuss gab. Doch das konnte niemals wahr werden. Nicht nach allem was war. Sie wollte keinen Moment länger bleiben und drückte den Knopf des Fahrstuhls. Cole bemerkte, dass sie flüchten wollte. Er bat sie nur einen Moment zu warten, damit sie gemeinsam fahren könnten. Dann lief er noch einmal ins Büro zurück, um seine Tasche zu holen, während Paige nicht daran dachte mit ihm zusammen zu fahren. Als die Tür des Fahrstuhls endlich aufging, drückte sie den Knopf nach unten und war froh, dass die Türen sich schlossen. Endlich war der Tag vorbei und sie konnte nach Hause. Vielleicht etwas schlafen und damit wieder zur Ruhe kommen zu können. Doch andererseits musste sie noch mit Jamie telefonieren. Sie wollte schließlich wissen wie es ihr und dem Baby ging. Während ihr eigenes immer aktiver wurde und sie nun sogar trat. Unerwartet von dem Schmerz überrumpelt sank Paige in sich zusammen, als der Fahrstuhl plötzlich stecken blieb…

 

Piper hatte die Küche endlich sauber bekommen, als es auf einmal klingelte. Sie wollte nachsehen, wer da so oft hinter einander schälte. Doch Billie war schneller und ließ Darryl und Phoebe herein. Die Hexe lief sofort auf ihre Schwester zu und wollte ihr von ihrer Vision erzählen. Doch vor lauter Aufregung redete sie viel zu schnell und brachte alles durcheinander, wodurch Piper gar nichts mehr verstand. Sie bat ihre jüngere Schwester, sich zu beruhigen. In der Zwischenzeit übernahm Darryl für seine Freundin und überrumpelte die anderen Hexen mit den Neuigkeiten: „Jamies Arzt ist was? Wer bringt denn bitte einen Arzt um, nur weil er eine Hexe behandelt?“

Während Billie auf Pipers Wunsch Wyatt und Chris in ihr Zimmer brachte, griff die erfahrene Hexe selbst zum Telefonhörer und rief ihren Vater an. Um ihn nicht zu verunsichern, lud sie ihn und Jamie zu einem Abendessen ein, dass Victor ihr nicht ausschlagen konnte.

 

Cole stand vor dem geschlossenen Fahrstuhl und atmete schwer. Auch wenn er schon damit gerechnet hatte, dass sie nicht auf ihn wartete, schmerzte ihre Abfuhr ihn sehr. Ändern konnte er jedoch nichts daran und nahm nun lieber die Treppe. Auf dieser war er zwar langsamer unterwegs, aber das machte ihm nun nichts, bis auf einmal seine Aktentasche klingelte. Mit einem gezielten Griff öffnete er den Koffer einen Spalt und zog sein Handy heraus. Auf dem Display stand Paiges Nummer. Verwirrt aber mit großer Freude drückte er auf Annahme und hörte Paiges verzweifelte Stimme, auch wenn sie unter ihren Schmerzen kaum sprechen konnte: „Ich… Cole?…Ich…ah…ich stecke fest…der…aua…der Fahr…ahh…der Fahr…aua…bitte…“

„Paige? Paige, was ist los? Ich versteh dich kaum. Paige?“, entsetzt aber hilflos sah Cole auf sein Handy und war wütend über sein Akku, das mal wieder leer war. Ach, hätte er es nur aufgeladen… Da sein Grübeln Paige auch nicht half, lief er stattdessen die Treppe hinunter ins Foyer und suchte dort einen Wachmann. Dieser sollte ihn ins Überwachungszimmer bringen, damit Cole auf den Monitoren sehen konnte, was mit Paige los war. Zudem musste er jemanden finden, der ihr helfen konnte…

 

Jamie und Victor brauchten nicht lange zum Haus von Piper, wo sie überrascht feststellten, dass sie wohl aus einem anderen Grund, als einem gemeinsamen Abendessen, eingeladen worden waren. Denn in ihren Gesichtern erkannte Jamie, dass etwas nicht stimmte und ließ sich sofort alles erzählen…

In der Zwischenzeit konnte Cole durch ein Mikrophon mit Paige reden und sollte sie beruhigen. Aus diesem Grund durfte er nun auch nicht auf die Schmerzen zu sprechen kommen, sondern versuchte sie mit einer Geschichte abzulenken: „Es war einmal eine wunderschöne Prinzessin, die von ihrer Mutter in einem Keller festgehalten wurde, damit sich niemand in sie verliebt. Doch der Wächter ließ ein Bild von ihr malen und schaffte es, einem Reiter zu geben, der es dem Prinzen des Nachbarlandes brachte. Als dieser die Schönheit der jungen Frau sah, war es um ihn geschehen… er wusste, dass er sie retten musste…“

„Dann halt die Klappe und komm hier runter!“, Paige konnte Cole nicht zuhören. Sie musste irgendwen bei sich haben, der sie in den Arm nahm und sie in ein Krankenhaus brachte. Und nun war Cole nun einmal der Einzige, der hier war. Sie wusste, dass er ihr helfen würde. Sie wusste, dass er auf sie aufpassen würde. Auch wenn sie noch nicht weiß, ob ihr das gefallen würde. Aber nichts konnte schlimmer sein, als diese Schmerzen und die Angst um ihr Baby. Denn was war, wenn dieses nicht stark genug war und sie es verlieren würde… nein, das durfte nicht passieren. Es musste leben. Sie wollte es doch aufwachsen sehen…ich hätte es ihm sofort sagen müssen… warum war ich nur so feige?… was ist, wenn es schon zu spät ist… bitte, Cole… Im Kampf mit ihren Schmerzen und der Angst um ihr Baby, wurde Paige plötzlich eines bewusst. Sie hatte keine Angst davor in Coles Nähe zu sein. Sie hatte nur Angst von ihm enttäuscht zu werden, so wie ihre Schwester Phoebe… sie wollte nicht, dass Phoebe sie hasst… sie wollte nur glücklich werden. Doch konnte sie das mit ihm? Paige hatte immer nur den Dämon in ihm sehen wollen… aber was war, wenn er sich geändert hatte. Wenn er nicht nur aus purer Leidenschaft mit ihr geschlafen hatte, sondern aus wirklicher Liebe…

Cole lief zum Fahrstuhl und machte den Arbeitern Druck. Er wollte so schnell wie möglich bei Paige sein. Er wollte sie in seine Arme nehmen und sie trösten. Sie von ihren Schmerzen erlösen, auch wenn er nicht wusste, wie er das anstellen sollte. Er wusste nur, dass er sie liebte und nicht leiden sehen konnte. So sprang er in den Aufzug, als die Türen sich endlich öffneten und er sehen konnte wie Paige sich auf dem Boden zusammen krümmte. Langsam und äußerst vorsichtig wollte er sie in seine Arme nehmen und zu seinem Wagen tragen. Doch unter ihren Tränen schwang sie ihre Arme um ihn und drückte sich ganz fest an ihn: „Halt mich fest…“

Cole tat was sie sagte und dachte nicht einmal daran sie loszulassen. Bis sie sich ein wenig aufrichtete und ihm einen Kuss gab…

 Fortsetzung folgt…

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