Folge 2.07
Folge 7 (20)
Ich bin immer für dich da
I will always be there
Piper saß auf dem Dachboden und hielt ein Bild von Leo in ihren Händen. Er war ihre erste große Liebe. Eine Verbundenheit für die Ewigkeit. Gefühle, die sie niemals vergessen wird, die nicht sterben können. Sie wünschte sich so sehr, dass er noch bei ihr wäre. Sie in die Arme nehmen könnte und sagte, dass alles gut gehen werde und sie sich keine Sorgen machen sollte. Aber er war nun einmal nicht mehr da… Sie musste ihr Leben alleine bewältigen. Wollte ihren Söhnen eine gute Mutter sein und Billie eine gute Freundin. Doch mehr nicht. Sie konnte die Gefühle der jungen Hexe nicht erwidern. Piper hatte immer nur Leo geliebt und niemals jemand anderen, erst Recht keine Frau. Sie war nicht lesbisch und das würde sich auch nicht ändern. Genau das musste sie Billie unbedingt sagen, damit sie weiter unter einem Dach leben konnten. Die junge Hexe durfte sich keine großen Hoffnungen machen, sondern musste die Realität akzeptieren. Doch selbst für Piper war dies schwer, denn es tat weh ihre beste Freundin vor den Kopf zu stoßen. Sie wollte Billie nicht verlieren. Sie wollte nicht ganz alleine sein. Sie brauchte jemanden, der bei ihr war. Ihr zuhörte und sie in den Arm nahm, wenn sie traurig war. Piper wollte nur jemanden, der sie gern hatte…
Jamie schlief schon eine ganze Weile, als Victor und Darryl endlich ankamen. Mit dem kleinen Sean auf dem Arm, wollte Victor von seinen Mädchen hören, was passiert war. Er ließ ihnen keine Ruhe, denn die Angst um seine Freundin machte ihn fast wahnsinnig. Wieso hatte er nur daran glauben können, dass dieses Mal alles gut werden würde? Warum hatte er nicht aus seinen Fehlern gelernt? Patty hatte er schon verloren und nun war Jamie in Gefahr. Würde er denn niemals glücklich sein können? Wieso nahm man ihm immer das Liebste und ließ ihn dann verzweifelt zurück?… Jamie durfte nichts passieren. Er würde alles dafür tun, sie zu beschützen. Auch wenn er selbst keine Magie beherrschte, es musste einen Weg geben, um seine Freundin zu retten. Er konnte nicht einfach nur seinen Töchtern diesen Kampf überlassen, denn wenn es um Jamie ging, dann auch um ihn: „Wer ist hinter ihr her? Was hat man ihr angetan? Phoebe, Paige, jetzt sagt mir endlich, was wir nun tun sollen, um sie zu beschützen… ich meine, wir können sie doch nicht einfach im Stich lassen…“
„Victor, wir lassen Jamie nicht im Stich. Wir, also Phoebe, Piper und ich werden alles tun, damit wir diesen Dreckskerl aufhalten. Doch du wirst hier bleiben. Du wirst auf Jamie und Sean aufpassen und dich aus allem anderen raushalten.“, Paige wollte Victor eigentlich gar nicht anschreien. Doch er musste es verstehen. Die Schwestern mussten sich um dieses Problem kümmern und nicht Victor. Sie waren die Hexen. Sie hatten die Gabe und damit sollten sie Unschuldige beschützen. Paige war davon überzeugt, dass sie dieses Schwein mit Phoebe und Piper aufhalten konnte. Doch dann riss Cole sie aus ihren Gedanken. Der Dämon tauchte einfach vor ihnen auf und sah mitgenommen aus. In der Unterwelt rumorte es also auch und sie hatten ihn mitten hinein geschickt. Paige schlang ihre Arme um ihn und klammerte sich an ihm fest. Erst durch seine Verletzungen wurde ihr wieder bewusst, was sie alles verlieren konnte. Jeder Kampf war eine Gradwanderung zwischen Gut und Böse, Leben und Tod. Jeden Tag die gleichen Ängste und immer nur der eine Wunsch nach einem ruhigeren Leben. Ein Leben auch für ihr Kind. Ihre Perspektive für eine Zukunft. Aber würde es diese geben? Oderwürden sie auf ewig Dämonen jagen müssen, die ihnen das Leben zur Hölle machen wollten?
Cole setzte sich zu Phoebe und Darryl auf die Couch. Er merkte, dass alle Augen auf ihn gerichtet waren.
Aber was sollte er schon dagegen tun. Seine linke Hand brannte wie Feuer, was nur dieser Warlock schuld gewesen war. Dieser Wicht hatte ihn angegriffen und Cole konnte nicht anders. Er musste seine dämonischen Kräfte einsetzen, um ihn zu vernichten. Erst floh der Warlock immer wieder vor ihm, aber dann packte Coles innerer Dämon zu. Er krallte sich den Dämon und verbrannte ihn einfach. Cole schaffte es nicht, die Hand von dem Hals des unbedeuteten Dämon zu lösen. Doch nun wiesen die Verbrennungen ihn auf das Unheil hin. Wurde er wieder böse? Brachte er alle wieder in Gefahr? Er konnte sich keinen weiteren Fehltritt erlauben, nicht jetzt, wo er so glücklich war. Phoebe hatte ihn damals wegen seinem inneren Dämon Balthazar verlassen und Paige würde es nicht anderes machen. Sie ging schon ein Risiko ein, mit ihm zusammen zu sein. Doch für ihren Mut liebte er sich ja auch. Seine kleine Hexe war so stark, aber nun sah er die Angst auch in ihren Augen. Seine Hand kümmerte sie alle nicht, sondern vielmehr die offene Wunde an seinem Bauch. Sein Hemd war blutverschmiert und die Tropfen färbten mittlerweile auch den Teppich rot. Paige und Darryl fragten ihn ununterbrochen, was passiert war. Der Dämon war allerdings zu benommen, um eine wirkliche Antwort geben zu können, während Phoebe aus dem Wohnzimmer lief. Von dem ganzen Blut war ihr schlecht geworden. Seit sie schwanger war, konnte sie kaum noch etwas vertragen. Wie sollte es erst werden, wenn Eva erst einmal auf der Welt war? Würde sie ihre kleine Tochter dann immer beschützen können? Piper hatte es zweimal irgendwie geschafft, aber würde sie selbst auch so eine gute Mutter sein können? Phoebe machte sich Vorwürfe, später vielleicht etwas falsch machen zu können. Doch dann klopfte jemand an die Badezimmertür. Darryl hatte seine Freundin gesucht und schloss sie in die Arme: „Cole ist ohnmächtig geworden… aber sag mir, wie geht es dir?“
Phoebe weinte plötzlich und hielt ihren Freund ganz fest. Sie wollte ihn nicht mehr loslassen, denn er war alles, was sie von einem normalen Leben hatte. Doch sie konnte spüren, dass auch er Angst hatte. Seine Gedanken waren überall. Phoebe… Eva… Cole… alle Menschen, die ihm so wichtig waren. Darryl wollte für sie alle da sein, aber es schien keinen Weg zu geben, dass er ihnen helfen konnte. Er war eben nur Darryl Morris. Polizist, Freund und bald Vater. Doch würde ein Dämon Angst vor seiner Dienstwaffe haben? Konnte er damit seine Familie beschützen oder würde er alles verlieren?
Roger war hellwach und lag ausgestreckt auf seinem Bett. Die letzte Nacht hatte er kein Auge zugemacht. Immer wieder dachte er darüber nach, wie er an diesen Jungen heran kommen sollte. Sean, was für ein dämlicher Name, aber er war typisch für Jamie. Bloß nicht auffallen, nur irgendwo anecken. Er hätte seinem Sohn einen mächtigen Namen gegeben. Allen anderen würden den Kleinen nur als Roger II. kennen, aber sein wirklicher Name würde ganz anders lauten. Mehr wie ein Titel, eine Berufung zur Macht. Nur Roger und seine Mutter würden den wahren Namen kennen und geheim halten, bis zu dem Tag, an dem sie ihr Ziel erreicht hatten. Doch dieser Tag lag noch vor ihnen. Selbst Jamie musste er die Wahrheit damals verschweigen, obwohl er sie wirklich geliebt hatte. Er war bereit gewesen, ihr alles zu sagen. Sie sollte die ganze Wahrheit erfahren und ihm aus freien Stücken folgen. Die Hexe hätte an seiner Seite stehen und kämpfen sollten. Aber sie hatte Angst… Ohne ein Wort war sie verschwunden und das würde sie noch bereuen. Sein nächster Schlag, sollte nicht so spurlos an den Hexen vorbeigehen, sondern ihnen in Erinnerung rufen, was sie zu erwarten haben…
Wyatt stand vor der Tür auf den ersten Treppenabsatz. Er wusste nicht, was ihn dahinter in wenigen Stunden erwarten würde. Aber er musste nicht alleine gehen. Seine Mutter würde mit ihm gehen und seine Hand halten. Er brauchte keine Angst haben. Der Weg nach Hause war immer da und so konnte er kommen und gehen wann er wollte. Er könnte auch jetzt gehen und sich schon ein wenig umsehen. Wyatt könnte all der schlechten Laune einfach entfliehen. Doch dann musste er die anderen alleine lassen. Seinen Bruder würde er nicht mehr beschützen können. Wyatt drehte sich also um und wollte die Treppe wieder runtergehen, aber Billie stand in seinem Weg: „Na, Großer. Scheinbar kannst du es gar nicht abwarten endlich durch diese Tür zu gehen. Dein erster Schritt in ein Leben voller Magie.“
„Was Besonderes, ich weiß…“, Wyatt setzte sich auf die Stufen und Billie kam zu ihm. Die junge Hexe fragte sich, warum Pipers Sohn auf einmal so niedergeschlagen wirkte. Wyatt zauberte doch immer gerne und nun schien er wie ausgewechselt. Hatte er nur Angst, dass Haus zu verlassen oder war es etwas anderes? Egal, welcher Grund auch dahinter steckte, es tat weh den Jungen so zu sehen. Billie wünschte sich, dass sie ihn irgendwie aufheitern konnte. Als Piper die Treppe herunter kam. Sie sah Billie und ihren Sohn auf den Stufen sitzen und beobachtete sie einfach nur. Die junge Hexe tat wirklich alles, um ihren Platz in der Familie zu finden. Sie wollte helfen, wo sie nur konnte und Piper würde das nicht unterbinden. Sie ging auf die Beiden zu und wollte, dass sie ihr ins Wohnzimmer folgten. Billie und Wyatt hörten auf Pipers Worte, die Chris aus seinem Laufstall hob uns sich mit ihm auf die Couch setzte…
Jamie wachte in einem fremden Bett auf und hatte zunächst Angst, dass Roger in der Nähe sein könnte. Dann sah sie wie die Tür aufging und war auf alles gefasst, nur nicht auf Victor und Sean. Sie kamen in das Zimmer, um nach ihr zu sehen und Jamie umarmte sie glücklich. Stürmisch küsste sie Victor und ihre Angst ließ nach. Sie war wieder bei ihm, bei ihren zwei Liebsten, die sie niemals wieder alleine lassen wollte.
Auch Paige wollte nicht alleine sein und redete deshalb immer wieder auf Cole ein. Sie wollte, dass er wieder aufwachte. Sie wollte, dass er sie ansah und mit ihr sprach. Sie konnte ihn nicht einfach nur so daliegen sehen. Es schmerzte sie unglaublich, so dass sie unter ihren Tränen kaum atmen konnte. Immer wieder schnappte sie zwischen ihren Bitten nach Luft und die Abstände wurden immer kürzer. Als Paige selbst merkte, dass sie hyperventilierte, war die Aufregung schon zu groß. Es brach einfach alles über ihr zusammen. …die Angst um Cole… die Ungewissheit um Jamie… das Geheimnis ihrer Schwangerschaft… Paige wurde es schwarz vor Augen und ihr Ruf nach Hilfe verstummte schon beim Ausspruch…
Im Wohnzimmer wusste Piper nicht genau, wie sie anfangen sollte. Aber einen Weg zurück gab es nicht. Die zweifache Mutter atmete tief durch und hoffte, dass alle sie verstehen würden und ihr halfen, es durchzustehen: „Ich habe lange nachgedacht… Billie, für mich bist du ein Teil dieser Familie geworden und ich will dich nicht mehr verlieren. Wyatt sieht das scheinbar genauso und Chris, ja, er sagt auch nichts dagegen… Ich will, dass du auch weiterhin in diesem Haus wohnst und meinen Söhnen wie eine neue Tante bist – aber eben nur eine Tante, keine zweite Mutter. Sie haben mich und sie haben die Erinnerungen an Leo, die sie niemals vergessen sollen. … Billie, ich will, dass du weißt…“
„Piper, das reicht mir alles vollkommen. Ich weiß, dass du niemals das empfinden können wirst, was ich empfinde und es ist gut so.“, Piper war froh, dass sie mit Billie noch einmal darüber sprechen konnte und fühlte sich sichtlich erleichtert. Auch Wyatt blühte auf einmal auf. Seiner Mutter ging es wieder gut, sie würde auf alles aufpassen, auch auf seinen kleinen Bruder. Die Sorgen des Jungen waren auf einmal verschwunden und er beamte sich in sein Zimmer, um seinen Tornister zu holen. Wyatt konnte es kaum noch abwarten endlich in die Schule zu gehen. Piper konnte ihren Sohn nur zu gut verstehen, aber da war noch etwas anderes. Ihre Schwestern hätten schon längst zur Feier hier sein sollen. Die Hexe wusste nicht, ob sie sich Sorgen machen sollte und wollte ihr Schwestern zur Sicherheit noch einmal anrufen. Sie griff zum Hörer und wählte die Nummer von Paiges und Coles Wohnung, doch niemand nahm ab…
Das Telefon klingelte und klingelte. Jamie und Victor gingen mit Sean ins Wohnzimmer, genau wie Phoebe und Darryl. Die beiden Frauen sahen Paige als erstes und liefen zu ihr. Die Hexe atmete nicht mehr und brauchte sofort einen Arzt. Darryl trug die bewusstlose Paige zu seinem Auto und fuhr mit Jamie und Phoebe und Blaulicht zum Krankenhaus. Nur Victor und Sean blieben zurück bei Cole. Der Dämon atmete ruhig, war aber immer noch nicht ansprechbar. Für Victor konnte der Tag gar nicht schlimmer werden. Alles schien ihm durch die Finger zu rinnen. Er stand außen vor und konnte nicht helfen. Victor klammerte sich an Sean und sah seinem Sohn in die Augen. Sie strahlten wie die von Jamie und dann kam Victor eine Idee. Es war sein Sohn, aber er war auch Jamies Sohn. Der Sohn einer Hexe und damit besaß er vielleicht auch magische Kräfte. Wenn Victor schon nicht selbst helfen konnte, so schaffte er es vielleicht doch, dass sein Sohn anderen Menschen helfen konnte: „Sean, mein Kleiner. Ich bin´s Daddy… Ich weiß nicht, ob du mich schon verstehst, aber … Daddy braucht deine Hilfe… Tante Paige und dein Onkel Cole … sie brauchen dich…“
Victor sah auf den kleinen Jungen in seinen Armen und es sah nicht so aus, als hätte er die Worte seines Vaters wirklich verstanden. Sean strahlte seinen Vater weiter an, der mittlerweile den Mut verlor. Doch genau in diesem Moment klatschte Sean in die Händchen und als diese wieder auseinander gingen, erschien ein weißer Energieball. Victor folgte der Magie seines Sohnes und sah zu, wie der Energieball Coles Wunden heilte. Dieser kam langsam wieder zu sich und fragte sofort nach Paige. Victor konnte ihm keine Antwort geben. Er drückte seinen Sohn ganz fest an sich und war stolz auf Sean und dessen Fähigkeiten. Der Junge lächelte ihn weiterhin mit großen Augen an.
Cole sah die Idylle ruhig an, doch irgendwann ging es ihm auf die Nerven. Er musste wissen, wo Paige war und erfreulicher Weise wollte Victor nun auch zu seiner Tochter. Gemeinsam fuhren sie zum Krankenhaus, wo es Paige mittlerweile wieder besser ging. Sie sollte jedoch noch etwas liegen bleiben und wollte, dass Jamie in ihrer Nähe war. Phoebe und Darryl hatte sie allerdings schon zu Piper geschickt, damit ihre große Schwester sich keine Sorgen machte. Auf diese Weise hatte Paige auch Zeit mit Jamie zu reden, das hoffte sie zumindest, bis Cole ins Zimmer stürmte: „Liebling, ist alles in Ordnung. Victor hat mir gesagt, was passiert ist… Ich hab mir solche Sorgen gemacht. Geht es dir auch wirklich wieder gut?“
Paige sprang aus dem Bett und warf sich Cole an den Hals. Sie wollte sofort zu Piper und grinste Jamie an, die sofort begriff, dass es Zeit war, über Geheimnisse zu sprechen. Paige beamte alle Fünf zu Piper. Die Hexe war wütend, dass niemand ihr von dem Angriff auf Jamie erzählt hatte: „Wir sind Schwestern und wir kämpfen gemeinsam gegen das Böse, also was ist hier los?“
Paige strahlte über das ganze Gesicht und konnte nicht mehr länger warten. Sie bat alle, ihr zuzuhören und sah dann Cole an. Paige nahm seine Hand und verwirrte ihn damit. Was hatte seine Freundin jetzt vor? Egal, was sie sagen wollte, sie musste damit warten. Er musste ihr über seinen Kampf mit dem Warlock erzählen. Doch sie wollte nichts hören, sondern legte seine Hand auf ihren Bauch: „Wir bekommen ein Baby.“
Paiges Schwestern waren sprachlos genauso wie Cole selbst. Er wusste nicht, was er tun sollte. Konnte er es denn zulassen, dass seine Freundin ein Kind von einem Dämon bekam? Paige schien sich diese Gedanken nicht zu machen, denn sie ließ sich von allen anderen beglückwünschen. Nur Darryl ging auf Cole zu: „Jetzt werden wir wohl beide Väter. Da können wir uns ja gegenseitig unsere Sorgen mitteilen… Cole, ist alles in Ordnung?“
„Bestens Darryl… es ist okay und über alles andere reden wir später…“, Cole ging auf Paige zu und küsste sie, während Darryl seinen Kumpel skeptisch beobachtete.
1 Kommentar »
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Mandy (honeypie) Sagte:
on April 20, 2008 at 5:53
ich kann nur eins sagen. SUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUUPER
weiter so. liebe grüsse mandy