Folge 2.09
Folge 9 (22)
Ein Traum wird wahr
A dream come true
Piper war außer sich. Wo waren ihre Jungs? Wo war ihr kleiner Bruder? Was war denn eigentlich passiert? Gerade noch hatte sie Billie Sean in die Arme gelegt und nun… Sie hatte doch nicht lange mit ihrem Vater gesprochen und jetzt… Wo waren Wyatt und Chris? Wer hatte ihre Kinder entführt? Warum hatte Billie denn nicht genug auf die drei Kinder aufgepasst? Wie konnte das alles nur passieren? Wozu waren sie Hexen, wenn sie die Gefahr nicht sehen konnten? Weshalb sollten sie anderen helfen, wenn sie sich selbst nicht helfen konnten? Oder konnten sie dies doch und schaffte nur Piper es nicht, den Weg vor sich zu sehen? Denn sie merkte auf einmal wie Victor neben ihr losrannte und in den Bäumen verschwand. Er hatte keine Angst um sich selbst. Er wollte nur seine Familie retten und wenn er das nicht mit Magie konnte, dann musste es eben anders gehen. Er lief deshalb einfach los. Ohne Rücksicht darauf, dass ihm die Äste der Bäume nur so durchs Gesicht und den Rest seines Körpers hinwegpeitschten. Die Schmerzen, die es ihm zufügte, spürte er nicht einmal. Er war ein Vater, der um das Leben seines Sohnes und das seiner beiden Enkel kämpfte. Nichts würde ihn dazu bewegen können einfach stehen zu bleiben und aufzugeben. Um das zu erreichen, würde man ihn schon töten müssen und selbst das würde er für seine drei Jungs in Kauf nehmen. Victor war fest von sich überzeugt und das gab Billie und Piper Mut. Sie rannten hinter ihm her und versuchten die Kinder zwischen den Bäumen zu sehen. Doch der kleine Waldpark war auf einmal viel dichter und struppiger als sie ihn in Erinnerung hatten. Aber sie hatten keine Zeit darüber nachzudenken, was hier gerade passiert war. Ihr Verstand würde das nicht so schnell begreifen und die Zeit lief ihnen weg. Sie mussten drei unschuldige Kinder beschützen und dafür mussten sie alles geben. Alle drei Erwachsenen spürten, wie sie immer schneller wurden und über sich selbst hinauswuchsen. Bis zu diesem Moment… Sie rannten immer weiter und achteten nicht mehr, was um sie herum geschah. In der Ferne waren Schreie zu hören. Die Jungs waren in Gefahr und das konnte nur eins heißen. Sie mussten weiter. Sie mussten alles geben und noch das Letzte aus sich herausholen… doch man ließ sie nicht… Billie rannte und rannte bis sie nicht mehr anhalten konnte. Die Stämme der Bäume wiegten sich im Wind und ihre Wurzeln krochen aus der Erde. Billie sah es zu spät. Konnte nicht mehr ausweichen und fiel…
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Darryl ging auf den Gängen auf und ab. Keiner konnte ihm sagen, was gerade vor sich ging. Jeder ließ ihn alleine stehen. Er wollte doch nur wissen, wie es Phoebe ging und der kleinen Eva… Hatte seine Freundin gesehen, dass das hier alles passieren würde? Warum hatte sie ihn nicht gewarnt, dann hätten sie nie versucht diesen Dämon zu finden. Er hätte seine Familie beschützt, seine kleine Familie. Phoebe und Eva, die Frauen, die ihm einfach alles bedeuteten. Wie hatte er nur zulassen können, dass es so weit kam?… Phoebe war hochschwanger und er hatte sie einfach in die Akten sehen lassen. Akten über die ungeklärten Todesfälle von Kindern… Wie hatte er nur so dumm sein können? Wenn Eva oder Phoebe irgendetwas passieren würde, dann wäre das sein Fehler. Er würde sich das nie verzeihen können und diese Ärzte mussten das doch spüren. Sie mussten doch sehen können, wie er litt. Sie sollten ihm endlich sagen, was los war. Diese Ungewissheit machte ihn noch wahnsinnig und am liebsten würde er auf irgendetwas einschlagen. Da kam schon wieder so ein Schnösel in Weiß um die Ecke. Der Blondschopf mied jedoch Darryls Blicke und unterhielt sich nur mit einer der Krankenschwestern, die daraufhin nur schluckten konnte…
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Piper hörte einen Schrei und fuhr herum. Billie lag auf dem Boden und eine Wurzel schlang sich langsam um ihr linkes Bein. Die Hexe schaffte es nicht alleine aufzustehen und in den Augen ihrer hilflosen Freundin konnte Piper ihre Angst und Panik sehen. Piper selbst konnte sich nicht mehr bewegen. Sie wusste nicht, was sie als nächstes tun sollte… Billie oder ihre Kinder… sie liebte alle drei so sehr und sich zu entscheiden war unmöglich. Ihre Augen schnellten vom einen zum anderen Weg und beides schien so unmöglich. Wenn sie einem half, ließ sie den anderen im Stich… Billie war näher, aber ihre Jungs hatten nicht die Kraft sich selber zu verteidigen. Wyatt konnte keine Horde wild gewordener Bäume aufhalten und Chris kannte seine eigenen Fähigkeiten doch noch gar nicht. Sie waren so hilflos… aber ging es Billie doch nicht anders… nur was sollte Piper tun? Wem sollte sie jetzt helfen, bevor es für immer zu spät sein würde?…
„Renn weiter Piper, geh und rette Wyatt und Chris! – PIPER! Lauf weiter!… ich… liebe dich…“, Billie wollte, dass das alles nicht passieren würde. Sie hätte mit den Kindern nicht im Schatten der Bäume spielen dürfen. Aber bei all ihren Schuldgefühlen vertraute sie auf eines, dass Piper ihre Söhne retten und Billies Fehler wieder gut machen würde. Ihre beste Freundin sollte leben und jetzt nicht aufgeben, so schwer es ihr auch fiel. Piper war stärker… sie war wie… ein fester Handdruck… nein, das konnte nicht wahr sein. Billie riss die Augen noch einmal auf. Sie spürte Pipers Hand und merkte wie ihre Freundin versuchte sie den Bäumen zu entreißen. Aber es war vergebens… Billie rann eine Träne nach der anderen über die Wangen. Die Wurzeln rissen an ihr und Piper hatte keine Chance ihre Hand länger zu halten… die Hexe sah nur noch, wie die Äste sich hinter Billie zusammen schoben und sie gefangen hielten.
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Paige war durch Jamies Unterstützung wieder etwas gefasster. Sie hockte nicht mehr auf dem Boden, sondern saß am Esstisch mit einer heißen Tasse Tee. Doch noch immer konnte sie nicht sprechen. Der Gedanke daran, verlassen worden zu sein, bohrte sich wie die Spitze eines Messers in ihr Herz. Paige konnte einfach nicht glauben, wie Cole ihr so etwas antun konnte. Selbst Jamie, die Cole noch nicht lange kannte, hätte ihm das nicht zugetraut. Aber konnte sie das Paige sagen oder machte sie ihrer besten Freundin damit nur noch mehr Hoffnungen. Hoffnungen auf ein friedliches und behütetes Leben. Ein Leben, das es für Hexen so nicht geben konnte. Sie selbst hatte doch versucht das Glück zu finden und was hatte sie nun?… eine Vergangenheit, welche sie nicht mehr losließ. Die sie niemals wieder ruhig schlafen lassen können wird…
Jamie hatte versucht alles hinter sich zu lassen, einfach noch einmal ganz von vorne zu beginnen und was hatte es genutzt? – Nichts, gar nichts… Sie war so weit wie vorher. Wieder auf der Flucht und ohne jede Chance zu entkommen. Roger war einfach überall…
„…Roger…“, Jamie sprach den Namen ihres ehemaligen Verlobten noch einmal ganz langsam und leise aus. Es war wie eine Lösung. Eine Antwort auf eine Frage, die keiner gestellt hatte und doch war sie da. Sie spuckte in den Köpfen der Frauen herum und jetzt würden sie keinen Moment mehr warten. Jamie packte Paiges Arm und schleifte sie hinter sich her. Sie mussten weg. Paige musste ihr einfach vertrauen, denn was blieb der Hexe auch anderes übrig. Sie verstand zwar nicht, was Jamie auf einmal vorhatte. Sie wusste nicht einmal wie ihr das über den Liebeskummer mit Cole hinweghelfen sollte, aber sie ließ es geschehen. Paige sprach noch nicht einmal ein Wort, als sich die Beiden ins Auto setzten und losfuhren. Erst vor dem Haus ihrer Schwester fand sie ihre Sprache wieder und sah ihre beste Freundin verwundert und noch immer verheult an: „Sagst du mir jetzt, was du vorhast? Du fährst mich durch die Stadt und dann landen wir hier. Gibt es dazu irgendeinen bestimmten Grund oder… Jamie, warte. Hey, du kannst nicht einfach – JAMIE…“
Jamie hörte nicht auf Paige, sondern lief ins Haus. Auf dem Dachboden musste es sein, so wie immer. Das Buch der Schatten… es würde ihnen helfen. Sie konnten sich von allem befreien und andere noch dazu. Es war nicht zum eigenen Zweck, es war nicht egoistisch… es war notwendig…
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Wyatt versuchte seine Augen zu öffnen. Alles um ihn herum war so dunkel und irgendwie kalt. Wo war er hier nur gelandet? Gerade hatte er doch noch mit Chris gespielt… Chris! Wo war sein kleiner Bruder? Wo war seine Mutter, sein Großvater, Sean und Billie… war er denn jetzt wirklich ganz allein? Nein, dahinten… ein kleines schwaches Licht. Wenn es nur hier sein könnte, um ihm den Weg zu leuchten. Aber nein, es war weit weg und so versuchte Wyatt sich alleine zu befreien. Doch jemand hielt ihn fest. Knorrige Hände und dieser seltsame Atemhauch in seinem Rücken. Er war nicht alleine hier, aber wer sonst?…
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Cole war wieder zu sich gekommen und sah sich um. Alles war so dunkel und er hatte keine Ahnung, wo er eigentlich war. Sein Schädel brummte und er hatte entsetzliche Schmerzen. Aber nichts war so schlimm, wie die Sorge um Paige. War ihr vielleicht auch etwas passiert? Könnte der Angriff auf ihn vielleicht auch nur eine Ablenkung gewesen sein? Es war schließlich alles möglich vor allem unter Dämonen. Hier konnte keiner keinem vertrauen. Was hatte er sich auch nur dabei gedacht diese Welt noch einmal zu erkunden. Ja, er hatte einen klaren Kopf bekommen müssen, aber war es das wert? Nun saß er hier fest und das konnte er nicht leiden. Er war immer ein freier Mann gewesen und er hatte es geliebt. Aber nun… erst die Beziehung zu Paige, dann ihre Schwangerschaft und nun das hier… so hatte er sich sein neues Leben nicht vorgestellt. Auf einmal fühlte sich die neue Liebe nicht mehr so fremd an. Hier in dieser Dunkelheit sehnte er sich nach Paige und seinem Baby. Er wollte bei ihr sein… aber würde sie ihn mit offenen Armen empfangen, wenn sie erfahren würde, wie er sich in diese Lage gebracht hatte? Nein, er musste ihr zeigen, dass er es ernst meinte und das hieß, er durfte nicht zurückkehren, wenn er nicht etwas in der Hand hatte. Also musste er versuchen sich in dieser Dunkelheit zurecht zu finden. Er musste etwas erkennen können. Nur wusste Cole nicht recht, ob er das auch wollte. Denn wieder spürte er diesen Atem in seinem Nacken…
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Victor hörte die Verzweiflung, die in Pipers Schreien lag und lief zurück. Sie musste aufstehen und weiterlaufen, bevor sie auch noch zum Opfer dieser Bäume wurde. Die wurden langsam wütend und schlugen ihre Wurzeln aus. Sie spürten, dass Piper und Victor eine Bedrohung für sie waren und sie mussten etwas dagegen tun… Blitze zuckten durch die Äste und Piper und Victor liefen nur noch gebückt weiter. Ein Weg war für keinen von beiden noch zu erkennen und so rannten sie ins Ungewisse. Immer weiter einfach nur nach vorne und dann war da etwas… ein Licht… wie der Ausgang eines Tunnels, der immer enger wurde. Denn die Äste und Stämme wurden fast magisch von dem Licht angezogen. Es schien, als wollte alles Leben zum Licht und damit gab es auch für Piper und Victor kein halten mehr.
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Jamie ging zur Stadtkarte von San Francisco und zog etwas aus ihrer Hosentasche heraus. Paige beobachtete ihre Freundin skeptisch, die ein Stück Schnur an einen Ring gebunden hatte und diesen nun als Pendel benutzte. Doch nach was suchte Jamie? Wollte sie Cole finden? Nein, dazu brauchte sie nicht diesen seltsamen Ring… Roger… das war er, der Verlobungsring. Aber? Warum hatte Jamie ihn aufbewahrt? Paige verstand es nicht, aber egal was ihre Freundin auch tat. Es wirkte, denn das Pendel blieb über dem Stadtpark hängen. Paige griff automatisch zu ein paar Elixieren und sah dann wieder zu Jamie: „Ich weiß nicht, was du ausgependelt hast. Aber ich glaube, dass wir die hier brauchen werden.“
Jamie nickte und gab Paige eine Hand: „Ich kann von hier nach dort springen, aber… du musst versuchen uns an den Ort zu bringen, den ich sehe…“
Während Paige und Jamie die Augen schlossen, öffnete Billie ihre und konnte etwas fühlen. Sie wurde festgehalten und von einem hellen Licht geblendet. Die junge Hexe war sich nicht sicher, ob sie noch lebte, doch dann hörte sie eine bekannte Stimme. Chris war irgendwo in der Nähe. Aber auch wenn sie ihn nicht sehen konnte, musste er einfach leben. Sie rief seinen Namen, doch er antwortete ihr nicht. Stattdessen ließ das Licht nach und ein hämisches Lachen ertönte. Sie alle konnten es hören und wurden auf einmal still. Nur das Rauschen der Bäume und dieser seltsame Atem war noch um sie herum… der Atem der Bäume…
Billie konnte ihren Augen nicht trauen, als sie diese knochigen Wesen sah. Vier Arme und so viele Wurzeln auf denen sie gingen… doch das grauenhafte war ihr Stamm… sechs Münder, von denen sie gedacht hatte, es wären alles Menschen hinter ihr gewesen. Und mit dieser Vermutung war sie wohl nicht alleine gewesen, denn sie sah die Angst in den Augen von Wyatt und Chris. Die beiden lebten also noch, genau wie Piper und Victor, die plötzlich in den Kreis stürzten. Sie alle waren hier… nur Sean nicht…
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Darryl konnte nicht mehr länger warten. Er schlug mit geballter Faust gegen die Wand und kümmerte sich nicht darum, als das Blut an seiner Hand herunter lief. Es war ihm alles egal, nur nicht Phoebe. Er wollte endlich wissen, was los war. Wie ging es ihr? Was war mit dem Baby? Alles war wichtig, nur nicht er selbst. Doch das sahen diese blöden Krankenschwestern wohl anders. Direkt zwei liefen auf ihn zu und wollten seine Hand verbinden, doch er riss sie ihnen aus der Hand und schrie sie an: „Lassen sie mich in Ruhe. Es ist ihnen doch egal, wie es mir geht. Seit Stunden lassen sie mich darauf warten zu erfahren, wie es meiner Freundin und meinem Baby geht und jetzt kommen sie hier an und wollen meine Hand verbinden? Los, verschwinden sie, wenn sie mir nicht endlich was zu sagen haben.“
„Mister, es tut uns Leid, aber wir dürfen nur Familienangehörigen erzählen, wie es um den Zustand der Patientin geht. Also bitte informieren Sie jemanden oder haben Sie Geduld.“, die Krankenschwestern ließen Darryl wieder alleine, der sich in einen Stuhl sinken ließ. Seinen Kopf musste er festhalten, denn er konnte nicht mehr. Seine Freundin lag in diesem Operationsraum und er konnte nichts tun, als hier herumsitzen. Das Leben erschien ihn in diesem Moment so sinnlos. Er fühlte sich so allein und einsam, während Phoebe nur ein paar Räume weiter unter Schmerzen seinen Namen rief…
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Victor sah sich nach Sean um, doch sein kleiner Junge war nirgendwo zu sehen. Er konnte nichts anderes tun, als zu versuchen, seine Enkel zu befreien. Aber auch dazu war er zu schwach. Die Bäume schlugen ihre Äste aus und rissen Piper und Victor an sich. Nun saßen sie alle in der Falle. Sie waren genau da wo Roger sie haben wollte und mit Sean auf dem Arm trat er langsam aus der Mitte des Lichts: „Schön, dass ihr alle meiner Einladung gefolgt seid. Ich dachte schon, ich müsste mich wirklich anstrengen… aber das war dann wohl nichts. Schade eigentlich, ich hatte mich schon auf so ein schönes Spiel gefreut. Doch das kann ich ja bei Phoebe und Paige noch nachholen. Schließlich fehlen die Beiden ja heute… aber ich denke, wir werden es uns auch ohne sie gemütlich machen, nicht war mein Kleiner.“
„Finger weg von meinem Sohn!“, Jamie und Victor schrieen wie aus einem Mund. Keiner von ihnen wollte, dass Sean etwas passierte. Doch während Victor sich nicht befreien konnte, ging Jamie zielstrebig auf Roger zu. Sie sah fest entschlossen aus und hatte keine Angst. Die Äste, die sich auf sie zu bewegten, schleuderte sie mit nur einer Handbewegung von sich: „Ruf deine Faenggen zurück oder du kannst was erleben, Roger. Sean ist mein Sohn und du hast kein Recht, ihn mir wegzunehmen. Ich werde Sean beibringen, Menschen wie dir aus dem Weg zu gehen und das Böse, wie du es in dir trägst, zu bekämpfen. Er wird gut werden, so wie sein Vater und du wirst ihm niemals das Wasser reichen, weder Sean noch Victor.“, Jamie stand nun genau vor Roger. Sie streckte ihre Arme aus, um ihren Sohn aus seinen Armen zu nehmen. Aber so leicht machte er es ihr nicht. Er wollte nicht aufgeben und sie sollte seinen Zorn spüren. Er gab seinen Befehl zum Angriff und schon schossen Äste und Zeige durch die Gegend. Blätter peitschten durch Gesichter und schnitten ins Fleisch. Die Wurzeln, die sich über den Boden ausbreiten rissen nun auch Paige von den Füßen, die mit Jamie hergekommen war. Doch sie ließ sich nicht so leicht einfangen. Sie orbte sich durch den Raum und Chris und Wyatt machten es ihr nach. Wyatt rief sogar seinen Großvater zu sich. Piper sprengte die Äste, welche sie umklammert hatten und befreite auf diese Weise auch Billie. Gemeinsam rannten sie zu den anderen und hofften, dass Paige wusste, wie man diese dämonischen Bäume vernichten konnte. Allerdings hatte Paige keine Ahnung, da es Jamie gewesen war, die sie hier gefunden hatte: „Wir sollten vielleicht erst einmal die Kinder in Sicherheit bringen. Du und Billie könntet diese Bäume aufhalten, bis ich mit einem Spruch aus dem Buch zurück bin.“
Billie und Piper nickten ihr zu und sahen, wie Wyatt, Chris und Paige verschwanden. Zu ihrer Überraschung blieb Victor jedoch bei ihnen und suchte den Boden ab. Er hoffte, irgendwas zu finden, womit er helfen konnte. Und dann hatte er es. Einen Ast, der nahezu leblos schien und den er gut gebrauchen konnte. Er schlich sich von hinten an Roger ran, der Jamie noch immer nicht aus den Augen ließ. Doch sie konnte sich sicher fühlen, als Victor ihrem Ex eins überzog und dieser das Bewusstsein verlor. Jamie nahm Sean an sich, der vor Angst weinte. In seinen Augen sah sie sich selbst, aber er hatte auch etwas von Victor. Der seinen Arm um sie legen wollte. Aber sie konnte ihn nicht ansehen. Nicht nach allem, was ihr durch den Kopf gegangen war und was noch vor ihr liegen würde. Sie legte nur Sean in seine Arme und gab beiden ihrer Männer einen flüchtigen Kuss. Dann rannte sie zu Billie und Piper, denn sie wusste, was zu tun war: „Piper kannst du einen dieser Bäume sprengen? Ich meine so, dass ein richtiges Feuer entsteht?“
Piper nickte und versuchte es immer wieder. Doch diese dämonischen Bäume waren hartnäckig. Sie kamen immer näher auf die Hexen zu. Doch es war ja nicht nur Piper, die ihre Kräfte einsetzen konnte. Jamie schleuderte die Bäume nur so durcheinander und auch Billie schloss ihre Augen und versuchte sich zu konzentrieren…ihr sollt brennen… ich weiß, dass ich das kann… wenn ich was sage, dann wird es auch wahr. Ich muss es nur wollen…und jetzt brennt ihr, ihr brennt alle lichterloh… Piper zuckte zusammen, als die Flamme aufstieg. Alles um sie herum brannte und das hieß nur eins, weg von hier. Genau in diesem Moment kam auch Paige zurück und brachte sie alle nach Hause.
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„Mister Morris? Darryl Morris?“, eine etwas korpulentere, liebenswürdig aussehende Ärztin kam auf Darryl zu. Er hatte schon nicht mehr damit gerechnet, dass jemand mit ihm über Phoebe reden würde. Aber nun das. Sie wollte ihn sehen. Er durfte endlich zu ihr und niemand würde das noch verhindern können. Er lief an den Türen vorbei und beinahe auch an ihrer. Aber dann ging er noch einmal ein paar Schritte zurück und sah sie. Sie beide – Phoebe und seine kleine Tochter Eva. Es war der schönste Moment in seinem Leben, die beiden wohlauf zu sehen und glücklich. Auch er strahlte nur so vor Glück und setzte sich zu Phoebe ans Bett, die seine Hand nahm und versuchte in Ruhe einzuschlafen.